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Die letzte Etappe

Langläuferin Katrin Zeller auf dem Weg zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi.

Katrin Zeller strahlt. Und ihre Augen glänzen, als sie vor ein paar Tagen in Ruhpolding von einer Handvoll Reporter umlagert und mit „Frau Weltmeisterin“ angesprochen wird. „Klar, das nimmt man gern mit“, lächelt die 34-jährige Langläuferin vom Skiclub Oberstdorf, und erzählt mit Stolz davon, wie sie unlängst in den Tiefen des Schwarzwalds bei einer medial unbeachteten Veranstaltung namens Rollski-Weltmeisterschaft in der Disziplin Berglauf (auf einer Strecke von elf Kilometern waren 700 Höhenmeter zu bewältigen) mal im Vorbeigehen die Goldmedaille und damit den Titel Weltmeisterin abstaubte.

Gut, die Konkurrentinnen hießen Svetlana Hvostunkova und Nadezhda Izhutina – und nicht Marit Björgen oder Justina Kowalczyk, doch die Freude bei Zeller war dennoch groß. „Der Wettkampf hat gut in meine Saisonvorbereitung gepasst – und WM-Gold ist auf keinen Fall schlecht fürs Selbstbewusstsein“, sagt die Langstreckenspezialistin. Genau an diesem Selbstvertrauen wollte Katrin Zeller ohnehin basteln. Sie, die schon 14 Winter lang im Weltcup-Zirkus dabei ist, fühlt sich zwar Jahr für Jahr körperlich topfit, mental aber sieht sie Defizite: Speziell vor großen Wettkämpfen wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen mache sie sich oft „viel zu viel Druck“. Einen Mentaltrainer hinzuzuziehen, hält sie – typisch allgäuerisch – zwar für überflüssig („Des kriag i scho selber hi“), dennoch wolle sie die Olympiasaison so locker wie möglich angehen. „Ich werde ganz sicher nichts erzwingen wollen“, hat sie sich als Motto ins Trainingsbuch und als Erinnerung hinter die Ohren geschrieben. Schließlich will sie ihrer langjährigen Karriere bei den Spielen in Sotschi noch einen letzten Höhepunkt hinzufügen. Denn obwohl sie es selbst nur schwer über die Lippen bringt, lässt sich Zeller nach etlichen Nachfragen der Reporter doch entlocken, dass sie nach dem kommenden Winter die Ski in die Ecke stellen wolle. „Irgendwann isch dann au mol guat“, sagt sie, überlegt und schiebt die passende Erklärung hinterher: „Ich habe jetzt lange genug Sport gemacht und der Körper sagt mir, dass ich es langsam sein lassen sollte.“ Bis Olympia will sie sich aber noch einmal schinden. Tagtäglich beim Heimtraining mit Peter Kösel und bei den Lehrgängen, wo der Sonthofer Trainer Stefan Dotzler für das Weltcup-Team zuständig ist.

Noch ist Olympia ganz weit hinten im Kopf. Die Form passe, auch das Skiroller-Duell mit den deutschen Biathletinnen letzte Woche in Ruhpolding entschied sie für sich. Sotschi, gesteht Zeller, sei im Kopf noch ganz weit hinten, „ich will von Training zu Training schauen, dass ich besser werde.“ Die Qualifikationsnorm möglichst schnell schaffen, ist Nahziel Nummer eins („Ich bin ja eher eine Spätzünderin“), dann um den Jahreswechsel ihre achte Tour de Ski in Angriff nehmen („Der Wettkampf liegt mir einfach“) – und dann zur Krönung eine Staffelmedaille in Sotschi – so wie 2010, als es in Vancouver Silber gab. Der Zellersche Plan für das nahende Karriereende erscheint voll konkret.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt

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